1920

Aus 100 Jahre SP Arbon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sattler Johann Hässig wird neuer Parteipräsident. Er ersetzt den Gründungspräsidenten Jacques Sigrist. Tod von Adolph Saurer. Die Einzelfirma wird umgehend in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Verstorbene hat der Arbeiterschaft eine Summe von 2,5 Millionen Franken in Form einer Stiftung für die Alters- und Invalidenversicherung vermacht. Das erleichtert die Lohnverhandlungen allerdings auch nicht. Der Kampf soll verschärft werden. (März) Am 11. März findet im „National“ eine Protestversammlung statt. Die „Zusammenkunft der Arbeitslosen, Notstands-Arbeiter und der übrigen gesamten Arbeiterschaft und Arbeiterinnen von Arbon“ demonstriert gegen die Herabsetzung der Arbeitslosenunterstützung und für einen starken Preisabbau. (Foto Inserat) Aus heutiger Sicht erstaunlich: Die SPS lehnt den Beitritt zum Völkerbund, dem die Verliererstaaten nicht angehörten, ab. Sie will einen Frieden ohne Reparationen und ohne Gebietsabtretungen. Der Kanton Thurgau stimmt dem Beitritt zu. In Arbon hingegen resultiert ein klares Nein. (Mai) Die Maul- und Klauenseuche bricht in fast allen Ställen in Arbon aus. (Juli) Am 21. Juli heisst es „Arbeiterschaft von Arbon, wache auf!“ und „heraus ihr Proleten Arbons“. Eine Protestversammlung, sofort nach Arbeitsschluss um 5 ¼ Uhr, „gegen die Entlassung einheimischer Arbeiter und Arbeiterinnen und den Import ausländischer zum Zwecke der Lohndrückerei in der Firma Seeriet AG unter dem Kommando von Herrn Hauptmann Arnold Bosshardt und seinem Adlatus Dr. Senn“ findet auf dem Sternenplatz statt. Rund 1‘000 Betroffene nehmen teil und protestieren gegen die Praktiken der „modernen Sklavenjägerei“. In Arbon gibt es am 1. August zwei Bundesfeiern. SP und Arbeiterunion organisieren eine alternative „Bundesfeier der Arbeiterschaft“. Arbon zählt 9‘317 Einwohner.